Über mich

1 Durchschauung des Leidens:
vipassaná (dukkhá-nupassaná)

Zur gründlichen Kenntnis vom Leiden gehört auch das Wissen,
gehört die Erfahrung, daß alles was irgend empfunden werden
kann, auch was sich als Wohl anläßt, doch nur Leiden ist: dies
zu durchschauen wird beim Erhabenen das Asketenleben geführt:

„Wenn euch, ihr Mönche, die andersfährtigen Pilger so fragen würden:

‚Zu welchem Zwecke, Bruder, wird beim Asketen Gotamo der
Heilswandel geführt?‘, dann hättet ihr, ihr Mönche, so gefragt,
den andersfährtigen Pilgern also zu antworten:

‚Zur Durchschauung des Leidens, Bruder, wird beim Erhabenen
der Heilswandel geführt‘.

Wenn euch aber, ihr Mönche, die andersfährtigen Pilger weiter
fragen würden:

‚Was ist nun, Bruder, das Leiden, zu dessen Durchschauung
beim Asketen Gotamo der Heilswandel geführt wird?‘, dann
hättet Ihr, Ihr Mönche, so gefragt, den andersfährtigen Pilgern
also zu antworten:

‚Die 6 Innen- und Außengebiete, die 6 Berührungen, die 18 Gefühle
sind das Leiden, zu dessen Durchschauung beim Erhabenen der
Heilswandel geführt wird.

Das nun, Bruder, ist das Leiden, zu dessen Durchschauung beim
Erhabenen der Heilswandel geführt wird‘.

So gefragt, hättet ihr den andersfährtigen Pilgern, ihr Mönche,
also zu antworten.“ ( Samyuttaka-nikáyo 35. 151)]

Von dem, der genesen, heil geworden ist, vom Dahingelangten,
Vollendeten, Wahnversiegten kann somit nur gesagt werden,
nach Sáriputtos Vortrag des Meisters Lehre:

Er ist weder in der Form zu finden, noch im Gefühl, noch in der
Wahrnehmung, noch in den Gestaltungen, noch im Bewußtsein;
er ist aber auch außerhalb aller fünf Daseinskomponenten nicht
zu finden.

Er kann also bei Lebzeiten schon so wenig wie nach dem Tode
wahrhaft und wirklich gekennzeichnet werden: keinerlei Begriffsbestimmung
ist bei ihm möglich, trifft bei ihm zu, gilt bei ihm. Man kann nur sagen:

Form, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen, Bewußtsein ist
vergänglich; was vergänglich ist, ist leidig; was leidig ist,
das ist aufgelöst, das ist untergegangen bzw. geht unter.

Er hat ein jedes der fünf Komponenten des Anhangens und Anhäufens,
gleichwie einen Meuchelmörder erkannt, der sich bei einem vermögenden
Manne einschmeichelt, ihm freundlich und schön tut, heimlich aber
mit gezücktem Dolche lauert und nachschleicht.

Daher läßt er sich nicht mehr betören, läßt sich nicht täuschen,
betrachtet Körper, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltung, Bewußtsein
nicht mehr als sich selbst, oder selbstähnlich, oder in sich, oder sich in ihnen:

„Mörderisch ist die Form“, hat er richtig erkannt.
„mörderisch das Gefühl“, hat er richtig erkannt.
„mörderisch die Wahrnehmung“, hat er richtig erkannt.
„mörderisch die Gestaltungen“, hat er richtig erkannt.
„mörderisch das Bewußtsein“, hat er richtig erkannt.

und er ist keinem der fünf Daseinskomponenten, als ob
die etwa er selber wären, zugetan, angehangen, hingegeben.

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